Wie gelingt gute Mülltrennung dort, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben? Wie können Bioabfälle dauerhaft besser getrennt, Restmüll reduziert und Wohnumfelder sauberer und lebenswerter werden? Und wie schaffen wir es, Entsorgungsbetriebe, Wohnungsunternehmen und Mieterinnen und Mieter für dieses Ziel zusammenzubringen?
Mit der neuen Initiative „Zusammen trennen. Besser wohnen.“ startet #wirfuerbio genau dafür ein neues Angebot: Pilotprojekte für bessere Mülltrennung in Wohnquartieren. Gemeinsam mit öffentlich-rechtlichen Entsorgungsbetrieben und Wohnungsunternehmen wollen wir zeigen, wie sich die Getrenntsammlung im Geschosswohnungsbau spürbar verbessern lässt – praxisnah, partnerschaftlich und mit einem klaren Mehrwert für alle Beteiligten. Das Konzept der Wohnquartier-Initiative stellt dafür ausdrücklich Gemeinschaft, Storytelling, praktische Hilfen und passgenaue Maßnahmen in den Mittelpunkt.

Gerade in großen Wohnquartieren liegen große Chancen für Klima- und Ressourcenschutz. Gleichzeitig wissen wir aus der Praxis: Die Getrenntsammlung von Bioabfällen und anderen Wertstoffen ist im Geschosswohnungsbau oft mit besonderen Herausforderungen verbunden. Umso wichtiger ist ein Ansatz, der auf den Alltag und Routinen der Menschen schaut.
Genau hier setzt #wirfuerbio an. Unsere Pilotprojekte sollen zeigen, dass bessere Mülltrennung dann gelingt, wenn Information, Komfort, Hygiene und Gemeinschaft zusammenspielen. Das Ziel ist nicht nur eine bessere Bioabfallsammlung, sondern eine positive Entwicklung des gesamten Wohnumfelds: weniger Restmüll, weniger Fehlwürfe, sauberere Standplätze und mehr Identifikation mit dem eigenen Quartier. Die Leitidee lautet deshalb ganz bewusst: Zusammen trennen. Besser wohnen.
Die Pilotprojekte beginnen mit einer sorgfältigen Bestandsaufnahme vor Ort. Gemeinsam mit den Beteiligten wird geschaut, wie die Situation am Standplatz aussieht, welche Informationen bereits vorhanden sind, welche Hürden bestehen und welche Maßnahmen sinnvoll sind. Darauf aufbauend werden passgenaue Lösungen entwickelt. Dazu gehören unter anderem:
- Status-Quo-Checks und Vor-Ort-Analysen
- Starterpakete mit Vorsortierhilfen und Infomaterialien
- Kommunikationsmittel für Mieterinnen und Mieter
- Workshops und Austauschformate mit Wohnungswirtschaft und Bewohnerschaft
- Aktionen, Beteiligungsformate und praxisnahe Unterstützung im Quartier
- Austausch der Pilotprojekte miteinander
Die veröffentlichte Landingpage zum Geschosswohnungsbau zeigt dieses Angebot bereits sehr konkret: Dort werden unter anderem Status-Quo-Check, Starterpakete, Kommunikationsmittel und Workshops vor Ort als Leistungen für Pilotpartner genannt. Außerdem listet die Seite bereits die zentralen Materialien auf, darunter Infoblätter in mehreren Sprachen, Starterpakete mit Vorsortierhilfen und Aufklebern, Social-Media-Vorlagen sowie Mieteranschreiben und Plakatpakete.
Ein besonders wichtiger Baustein des neuen Angebots ist, dass die benötigten Materialien künftig gebündelt zusammengestellt werden in unserem internen Bereich.
Hinweis: Bitte bekunden Sie für den Zugang im ersten Schritt Ihr Interesse an. Wir möchten als wirfuerbio e.V. wissen, was in welchen Regionen passiert.

Die neue Initiative baut nicht nur auf Praxiserfahrungen aus #wirfuerbio auf, sondern auch auf den Erkenntnissen einer repräsentativen bundesweiten Befragung. Diese zeigt deutlich: Erfolgreiche Bioabfalltrennung braucht gezielte Information, hygienische Lösungen, saubere Sammelplätze und Komfortmaßnahmen. Besonders stark wirken Maßnahmen dort, wo Menschen sich gut informiert fühlen und Mülltrennung als sinnvoll erleben. Gleichzeitig zählen Geruch, Ekel und unpraktische Alltagsbedingungen zu den größten Hemmnissen.
Genau deshalb verbindet #wirfuerbio in den Pilotprojekten kommunikative, organisatorische und praktische Ansätze. Es geht nicht um Einzelmaßnahmen, sondern um ein Gesamtangebot, das vor Ort funktioniert.
Die Initiative entwickelt sich aus konkreten Erfahrungen und wurde in den vergangenen Monaten Schritt für Schritt vorbereitet. Wichtige Stationen sind bereits auf der Landingpage dokumentiert:
- 01.07.2023 – Start des Forschungsprojektes KUKOM in Lübeck
- 15.09.2025 – Positive Zwischenbilanz der Entsorgungsbetriebe Lübeck
- 04.03.2026 – Auftakttreffen zu den Pilotprojekten bei wirfuerbio e.V.
- 10.03.2026 – #wirfuerbio Erfahrungsaustausch und Präsentation der Pilotprojekte
- 17.04.2026 – Treffen aller beteiligten Mitglieder zum Start der Pilotprojekte vor Ort
Für die Realisierung eines Pilotprojektes haben sich bislang entschieden:
- A.V.E Paderborn
- Entsorgungsbetriebe Göttingen
- Entsorgungsbetriebe Ulm
- Landkreis Tuttlingen
Weitere öffentlich-rechtliche Entsorgungsbetriebe werden sich anschließen. Diese Auflistung ist ebenfalls bereits auf der Themenseite veröffentlicht.
Ein entscheidender Schritt ist, dass ab sofort auch Wohnungsbaugesellschaften Mitglied im Verein #wirfuerbio e.V. werden können. Damit wird die Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft noch verbindlicher, strategischer und langfristiger.
Wohnungsunternehmen sind zentrale Partner, wenn es darum geht, Mieterinnen und Mieter zu erreichen, Standplätze zu verbessern, Kommunikationswege zu öffnen und alltagstaugliche Lösungen zu verankern. Unterstützt werden sollen Wohnungsbaugesellschaften mit Interesse an der Verbesserung der Getrenntsammlung unter anderem mit Informationsmaterialien, Mieteranschreiben, Plakaten, Bewegtbild und einer Plattform, auf der Materialien zusammengestellt werden können.
Die Aktion wird aktuell unterstützt vom Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur in Schleswig-Holstein, das auf dem offiziellen Landesportal als eigenes Ministerium der Landesregierung geführt wird.
Außerdem wird die Initiative vom Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V. (GdW) unterstützt. Der GdW bezeichnet sich auf seiner Website als zentralen Zusammenschluss der Wohnungswirtschaft in Deutschland; auf der offiziellen Seite ist er als „Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.“
Mit „Zusammen trennen. Besser wohnen.“ startet #wirfuerbio ein Angebot, das Entsorgungsbetriebe und Wohnungsunternehmen ganz konkret bei der Verbesserung der Mülltrennung in Wohnquartieren unterstützt. Die Pilotprojekte verbinden Kommunikation, praktische Hilfen, gemeinsame Planung und einen starken Netzwerkgedanken. Und sie machen deutlich: Gute Getrenntsammlung ist nicht nur ein Entsorgungsthema. Sie ist auch ein Thema für Lebensqualität, Nachbarschaft und Verantwortung im Quartier.
Alle interessierten Wohnungsunternehmen, öffentlich-rechtlichen Entsorgungsbetriebe und weiteren Partner sind eingeladen, sich zu melden und Teil dieser Entwicklung zu werden.
Zusammen trennen. Besser wohnen.


