Wenn Fehlwürfe zum Problem werden
Über die beiden Kreise hinaus zeigt sich ein ähnliches Bild: Der gesetzliche Grenzwert von maximal 3 Prozent Fremdstoffen im Bioabfall wird vielerorts überschritten.
Auch im ECOWEST VERBUND machen sich die Folgen bemerkbar. Kunststoffbeutel, als „kompostierbar“ beworbene Abfalltüten, Windeln oder verpackte Lebensmittel erschweren die Verarbeitung erheblich. Sie müssen in den Kompostwerken mit großem technischem Aufwand aussortiert werden.
Das wirkt sich nicht nur auf die Qualität des Komposts aus, sondern verursacht auch zusätzliche Kosten – die am Ende von den Kommunen und damit von der Allgemeinheit getragen werden.

Seit März: Flächendeckende Kontrollen in den Kreisen Warendorf und Gütersloh
Um die Qualität nachhaltig zu verbessern, geht der ECOWEST VERBUND einen konsequenten Schritt weiter: Seit März finden flächendeckende Biotonnenkontrollen statt.
Aktuell wird in folgenden Städten und Gemeinden kontrolliert:
• Kreis Warendorf: Beckum, Oelde, Ennigerloh, Warendorf, Drensteinfurt, Sendenhorst und Telgte
• Kreis Gütersloh: Rietberg, Versmold, Rheda-Wiedenbrück und Herzebrock-Clarholz

Kontrolle, Aufklärung und Dialog
Ein zentraler Baustein der neuen Strategie ist der persönliche Einsatz vor Ort: Der ECOWEST VERBUND hat mit Heiko Prinz erstmals einen Kontrolleur in Vollzeit eingesetzt.
Er ist an den Abfuhrtagen unterwegs, prüft die Biotonnen direkt vor oder während der Leerung – und geht dabei bewusst in den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Mit einem Fahrzeug, auffällig gestaltet mit der Kampagne #wirfürbio, ist er im gesamten Einsatzgebiet sichtbar unterwegs.
Doch es bleibt nicht beim Kontrollieren: Heiko Prinz sucht aktiv das Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern, klärt über richtige Abfalltrennung auf und verteilt Informationsmaterial. Ziel ist es, Verständnis zu schaffen und langfristig Verhaltensänderungen anzustoßen und somit das Trennverhalten nachhaltig zu verbessern.
Das System ist klar strukturiert:
• Keine Karte: korrekt getrennt
• Gelbe Karte: kleinere Fehlwürfe, Hinweis zur Verbesserung
• Rote Karte: deutliche Verunreinigung, Nachsortierung erforderlich, Tonne wird nicht geleert

Große mediale Aufmerksamkeit
Das neue Vorgehen stößt auf großes Interesse: Bereits nach der ersten Pressearbeit war die Resonanz enorm. Die Lokalzeitungen berichteten umfangreich, die WDR Lokalzeit hat die Kontrollen für einen TV-Dreh begleitet – sowohl direkt vor Ort bei einem Einsatz von Heiko Prinz als auch im Kompostwerk des Kreises Warendorf am Standort des Entsorgungszentrums ECOWEST in Ennigerloh.
Die mediale Aufmerksamkeit zeigt: Das Thema Bioabfallqualität bewegt viele.

Die flächendeckenden Kontrollen sind ein weiterer Baustein auf dem Weg zu besserer Bioabfallqualität im ECOWEST VERBUND.
Ziel ist es, noch mehr Kommunen für diesen Ansatz zu gewinnen und die Maßnahmen weiter auszubauen. Perspektivisch ist denkbar, ab 2027 zusätzliche Städte und Gemeinden in die Aktion einzubeziehen.
Denn eines ist klar: Die Verbesserung der Bioabfallqualität ist keine lokale Einzelaufgabe, sondern ein gemeinsames Anliegen vieler – und jeder Beitrag zählt.
