Gummibänder im Biomüll – ein unterschätztes Problem
In vielen Küchen landen Gummibänder automatisch im Biomüll – schließlich stecken sie oft noch an Gemüse- oder Kräuterbunden. Doch sie gehören dort keinesfalls hinein. Zum einen stören sie die Technik in Kompost- und Biogasanlagen, zum anderen gefährden sie unsere heimische Tierwelt – vor allem die Weißstörche.
Der NABU dokumentiert seit Jahren, dass besonders Weißstörche zu den Leidtragenden gehören. In Thüringen kam es 2025 erneut zu mehreren Todesfällen, wie der MDR berichtete: Bei mehreren toten Störchen wurden dutzende Gummibänder im Magen gefunden – sie waren an Erschöpfung und inneren Verletzungen gestorben. [1]
Wenn Gummibänder mit Regenwürmern verwechselt werden
Weißstörche und viele andere Vögel ernähren sich von Regenwürmern. Das Problem: Gummibänder ähneln ihnen in Form, Farbe und Bewegung täuschend echt. Wird falsch entsorgter Biomüll in offenen Kompostwerken angeliefert, wittern die Tiere vermeintliche Nahrung – und verschlucken die gefährlichen Bänder oder füttern sie an ihre Jungen.
Die Folgen sind dramatisch: Die unverdaulichen Gummis verklumpen im Magen, blockieren die Verdauung und führen zu inneren Verletzungen. Manche Tiere verhungern mit vollem Magen oder können vor Schwäche nicht mehr fliegen. Die erschütternde Folge: Die Storchenmägen sind voller Gummibänder. Die Tiere verenden qualvoll.

Was jetzt geschehen muss
Die NABU-Expertinnen fordern ein schnelles Umdenken – sowohl bei Verbraucherinnen als auch bei Handel und Landwirtschaft.
- Fremdstoffe im Biomüll reduzieren: Aufklärungskampagnen mit emotionalen Symbolen wie dem Weißstorch können sensibilisieren.
- Technische Verbesserungen in Kompostwerken: Offene Anlieferungsflächen sollten abgedeckt oder gesichert werden, um Tiere fernzuhalten.
- Alternativen fördern: Landwirtschaft und Handel sollten Gummibänder durch biologisch abbaubare oder papierbasierte Materialien ersetzen.
Was jeder einzelne tun kann:
Die Lösung ist einfach – und jede*r kann helfen: Richtig entsorgen! Gummibänder gehören in den Restmüll, niemals in die Biotonne.
- Nachhaltige Alternativen nutzen: Statt Gummis – Papierband, Jute oder Sisal verwenden.
- Verpackungsfrei einkaufen: Wer lose Waren kauft, spart automatisch Gummibänder.
- Bewusstsein schaffen: Familie, Freunde und Nachbarn über die Gefahr informieren – jedes falsch entsorgte Gummiband kann zum Risiko werden.
Fazit: Müll richtig trennen – und Tierleben retten.


