Das Problem von Bioplastik
Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen haben den Ruf, umweltverträglicher zu sein. Anders als konventionelle Kunststoffe bauen sie sich schneller ab. Doch nur, weil in ihrem Namen das Wort „Bio“ auftaucht, bedeutet das nicht, dass sie umweltfreundlicher sind. Fakt ist, dass Bioplastiktüten in fast allen Teilen Deutschlands nicht in die Biotonne dürfen. Das Problem von Bioplastik:
- „Bio“-Plastik zersetzt sich unter Laborbedingungen innerhalb von 12 Wochen in kleiner als 2 mm große Teile. In industriellen Kompostierungsanlagen beträgt die Zeit zum Verrotten jedoch oftmals nur zwei bis vier Wochen. Das bedeutet, dass die Beutel nicht sicher biologisch abgebaut werden können.
- Am Ende des Abbaus von Bioplastikbeuteln bleiben nur Wasser, Kohlenstoffdioxid und mineralische Stoffe. Es entstehen aber keine humusbildenden Stoffe, die neuen Pflanzen beim Wachsen helfen könnten. Zur Herstellung des nächsten Abfallbeutels muss also Energie aufgewendet werden. Das ist im Grundsatz keine Kompostierung, sondern eine Entsorgung.
- Das Argument, bio-basierte und „bio-abbaubare“ Kunststoffe seien in Bezug auf die Ökobilanz und Klimawirkung gegenüber den konventionellen Plastikbeuteln überlegen, ist nicht ganz richtig. Durch den überwiegend konventionellen Anbau der Rohstoffpflanzen Mais und Zuckerrohr kommt es zu einer Überdüngung der Böden und Gewässer. Der Einsatz gentechnisch manipulierter Pflanzen und die Auswirkungen für die Biodiversität in den Anbaugebieten von „Bio“-Kunststoffen ist noch nicht erforscht.
Weitere Informationen zu Biokunststoffe hat das Umweltbundesamt auf der Themenseite „Biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe“ zusammengefasst.
Bioplastik ist nicht
besser als Plastik
besser als Plastik
Zwei Kategorien von „Bio“-Kunststoffen
Biobasierte Kunststoffe
Sogenannte „biobasierte“ Kunststoffe setzen als Ausgangsmaterial auf Zuckerrohr, Kartoffeln oder Mais. Es handelt sich um Produkte einer stark industrialisierten Landwirtschaft. Diese agrarerzeugten Rohstoffe werden weiterverarbeitet zu chemischen Grundstoffen, die in den Prozess der Produktion herkömmlicher Kunststoffe eingespeist werden. Je nach Produkt liegt der Anteil nachwachsender Rohstoffe bei 20 bis 100 Prozent. Der Rest stammt aus fossilen Materialien und damit aus Erdöl.
Bio-abbaubare Kunststoffe
Diese Gruppe der bio-abbaubaren Kunststoffe soll unter bestimmten Bedingungen durch Mikroorganismen abgebaut werden. Sie können sowohl biobasiert sein oder gänzlich auf fossile Rohstoffe setzen. Beutel aus diesem Material sollen sich nach 12 Wochen bei 60° Celsius zu 90 Prozent abbauen. Der Biomüll hat in industriellen Kompostierungsanlagen jedoch nur etwa vier Wochen zum Verrotten. Am Ende entsteht kein humusbildendes Material.
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