Die Biotonne im Herbst
Die Biotonne im Herbst
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Die Biotonne im Herbst

Früher als sonst macht sich in diesem Jahr der Herbst bemerkbar und viele Laubbäume werfen schon ihr Blätterkleid ab. Im heimischen Garten stehen die ersten Strauchschnittarbeiten an, Beete werden langsam geräumt. Trotzdem gibt es noch jede Menge Gemüse und Obst, das im goldenen Herbst auf unseren Tellern landet und dessen Schalen und Reste früher oder später auch ihren Weg in die Biotonne finden. All das sorgt in den Herbstmonaten für gutes Material zur Biostrom- und Kompostgewinnung.

Bunt sind schon die Wälder

Laub gehört in die Biotonne – aber richtig

Sofern du dein Laub nicht zu einem Winterquartier für Igel und Co. im heimischen Garten türmen kannst und es auch nicht als Winterabdeckung für deine Gemüsebeete benötigst, gehört das zusammengefegte Laub ganz klassisch in die Biotonne.

Aber auch hier ist ein bisschen Aufmerksamkeit von Nöten. Achte bitte beim Fegen darauf, dass du keine Störstoffe, wie Zigarettenfilter, Hundekot oder die allseits unbeliebten und achtlos auf die Straße geworfenen Plastikvisitenkarten der Autohändler mit zusammenfegst. Diese Störstoffe (im wahrsten Sinne des Wortes) müssen über die Restmülltonne (bzw. gelbe Tonne/gelber Sack) entsorgt werden. Ist das Laub beim Zusammenfegen schon gut getrocknet, kann es direkt lose in die Biotonne gegeben und sollte nicht verdichtet zu stark verdichtet werden. Bei sehr nassem Laub empfiehlt es sich – wenn es die Witterung zulässt – die Blätter etwas trocknen zu lassen. Große Mengen nasses Laub machen die Biotonne schnell zu schwer. Die Feuchtigkeit kann zudem in den ersten frostigen Nächten dazu führen, dass das wertvolle Biogut in der Tonne festfriert.

Sie kann’s nicht fassen

Mehrmengensäcke sind eine Lösung

Fällt mal wieder mehr an, als das Fassungsvermögen deiner Biotonne zulässt? Äste und Zweige vom herbstlichen Baumschnitt nehmen schnell viel Platz in der Tonne weg. Sammle das Biogut in deinem Garten und gib es nach und nach in den Folgewochen mit in die Biotonne. Alternativ kannst du die Mehrmengensäcke nutzen, die du in der Regel bei deinem Entsorger erwerben kannst. Diese stellst du dann einfach am Abholtag mit zur Biotonne dazu.

Du entsorgst lieber auf dem eigenen Kompost?

Bei Schädlingsbefall lieber in die Biotonne

Grundsätzlich spricht nichts dagegen das eigene Biogut zu eigener neuer Komposterde werden zu lassen. Da weiß man, was man hat. Bei Schädlingsbefall, wie der Kraut- und Braunfäule bei Tomatenpflanzen oder der Miniermotte in Kastanien, empfiehlt es sich hingegen, die betroffenen Pflanzenteile rasch aus dem Garten zu entfernen um eine Ausbreitung der Pilzsporen und Schädlinge einzudämmen. Die Entsorgung über die Biotonne ist dafür ein probates Mittel, denn die hohen Temperaturen in den Kompostierungsanlagen töten Pilze und Mottenpuppen zuverlässig ab. Auf dem heimischen Kompost reichen die Temperaturen dafür nicht aus.

Eine Wildentsorgung ist tabu

Achtung Bußgelder

Laub und Gartenabfälle im Wald abzuladen ist rechtswidrig und auch ökologisch ein Problem, denn landet das Laub aus den Gärten oder Städten im Wald, droht dort eine Überdüngung. Das Ökosystem Wald kann mit der aus ihm entstehenden Menge Laub gut umgehen, aber was zu viel ist, ist zu viel. Auch unterscheiden sich die Laubarten aus Garten und Wald und eine Wildentsorgung von Gartenabfällen kann zur Folge haben, dass sich Gartenschädlinge im Wald ungehindert ausbreiten. Wer jetzt denkt: „Ach so ein bisschen wird schon nicht schaden.“ Dem müssen wir leider mit der Rechtsordnungskeule kommen. Wildentsorgung von Biogut wird mit einem Bußgeld für illegale Müllentsorgung geahndet. Spätestens, wenn der Geldbeutel leidet, sind die meisten dann doch einsichtig.

Der erste Frost sorgt für Frust

Zeitungspapier kann helfen

Wenn es im Spätherbst bereits Minusgrade gibt, kann dein Bioabfall in der Tonne festfrieren. Daher ist es auch schon jetzt sinnvoll die frisch geleerte Biotonne mit einer Schicht geknülltem Zeitungspapier auszustatten. Allzu feuchte Bioabfälle solltest du vorher abgießen oder abtropfen lassen und ggf. zusätzlich in Zeitungspapier einschlagen. Gefegtes Laub sollte, wie schon erwähnt, etwas angetrocknet sein, mindestens jedoch nicht in die Biotonne gepresst werden, sondern locker lose in die Tonne gegeben werden. Wenn die Nächte frostig werden, empfiehlt es sich die Biotonne bereits am Abend vor der Abholung an einen geschützteren Ort aufzustellen und den Bioabfall mit einem Spaten o.ä. leicht vom Tonnenrand abzulösen. Achte dabei darauf, die Tonne selbst nicht zu beschädigen. Gelöst und gut gelockert gibt’s dann bei der Abholung für die Müllwerker keine Probleme und für dich keinen Frust über nur halb entleerte Tonnen. Dieser Tipp ist natürlich durch den gesamten Winter hindurch wärmstens zu empfehlen.


Erstellt am:
Autor: Franziska Rudolph // Redaktion #wirfuerbio
Tags: Biotonne, Herbst, Mehrmengensäcke
Bildquellen: Franziska Rudolph
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