Warum machen wir uns die Mühe überhaupt? Ganz einfach: Nur aus sauberem Biomüll wird richtig guter Kompost für unsere Böden und effiziente Bioenergie. Schon wenig Plastik oder falsche Stoffe können die ganze Ladung unbrauchbar machen. Dein richtiger Wurf in die Tonne macht also einen riesigen Unterschied für die Umwelt!
Die häufigsten Fragen zur Biotonne
Eigentlich ist es gar nicht so schwer eine saubere und störstofffreie Biotonne zu erhalten. Trennen ist kinderleicht. Und trotzdem sind einige, kniffelige Fragen dabei, die wir hier und jetzt klären.
Hier ist die ultimative Liste für deinen Kühlschrank. Wir haben sie übersichtlich sortiert, damit du schnell findest, was du suchst.
✅ = Rein in die Biotonne
❌ = Raus (Restmüll oder Wertstofftonne)
🤔 = Kommt drauf an (Erklärung lesen!)
Im Garten
✅ Blumen und Pflanzen: Verwelkte Sträuße (ohne Bindedraht!) und Topfpflanzen (ohne Topf!) sind in der Biotonne willkommen.
✅ Laub und Rasenschnitt: Das „Brot und Butter“ der Kompostieranlage. Auch über die Biotonne können Laub und Rasen entsorgt werden.
✅ Kleine Zweige und Heckenschnitt: Alles, was in die Tonne passt, ohne gestopft zu werden, ist willkommen.
✅ Erde (kleine Mengen): Ein bisschen alte Blumenerde von der Umtopf-Aktion ist okay. Steine und große Mengen Erde bitte zum Wertstoffhof.
Im Haushalt
🤔 Küchenpapier und Servietten: Jein, wenn sie nur zum Aufwischen von Lebensmitteln oder zum Entfeuchten des Bioabfalls genutzt wurden, sind kleine Mengen kein Problem. Ansonsten gehören sie in die Restmülltonne.
❌ Taschentücher: Benutzte Taschentücher gehören aus Hygienegründen definitiv in den Restmüll.
❌ Papiertüten und Zeitungspapier: Das ist ein Fall für das Altpapier! Ausnahme: Die unbeschichtete Papiertüte, in der du den Biomüll sammelst.
In der Küche
✅ Obst- und Gemüsereste: Schale, Stiel, Strunk und Kern – alles super.
✅ Zitrusfrüchte: Ja, auch Schalen von Orangen und Zitronen dürfen rein. Sie verrotten zwar etwas langsamer, sind aber kein Problem.
✅ Kaffeesatz und Filter: Das perfekte Duo für die Biotonne.
✅ Teebeutel: Die klassischen Papierbeutel sind okay. (Achtung bei den Pyramidenbeuteln aus Plastikgewebe – die müssen in den Restmüll!)
✅ Eierschalen: Immer rein damit.
✅ Brot und Backwaren: Reste von Brot oder Brötchen sind willkommen.
✅ Nüsse und Nussschalen: Verrotten langsam, sind aber Natur pur.
✅ Speisereste (gekocht): Wenn sie unverpackt sind, dürfen Reste von Nudeln, Kartoffeln oder Gemüse in die Biotonne.
Sonderfälle & knifflige Fragen
Hier wird es oft falsch gemacht. Schau genau hin!
🤔 Knochen, Fleisch und Fischgräten:
Warum schwierig? Sie können Ungeziefer (Ratten) anlocken und brauchen lange zum Verrotten. Manche Anlagen schaffen das, andere nicht.
Was tun? Checke unbedingt die Vorgaben deines lokalen Entsorgers.
🤔 Kleintierstreu: Wenn es rein pflanzliches Streu (Holzspäne, Stroh) von Pflanzenfressern ist, darf es häufig rein (✅).
Was tun? Prüfe die Vorgaben deines lokalen Entsorgers.
❌ Katzenstreu (auch „klumpend“ oder „biologisch“): Warum raus? Kot von Fleischfressern kann Krankheitserreger enthalten, die im Kompost nicht sicher abgetötet werden.
Was tun? Immer in den Restmüll.
❌ Haare und Nägel (Mensch & Tier): Warum raus? Sie zersetzen sich extrem langsam, deshalb ab in den Restmüll.
❌ Asche (Holz- oder Grillkohle):
Warum raus? Asche ist oft mit Schadstoffen belastet, die wir nicht im Ackerboden haben wollen.
Was tun? Kalt (!) in den Restmüll.
Damit die Liste wirklich an deinen Kühlschrank kommt, gibt’s hier die ganze Liste zum Ausdrucken: „Darf das in die Biotonne?“-Checkliste
Die Top 10 Irrtümer (Wetten, hier liegst du falsch?)
Diese Dinge landen am häufigsten fälschlicherweise in der Biotonne. Machst du es besser?
- „Bioplastik“-Tüten – Bioplastik hat in der Biotonne keinen Platz. Die meisten verrotten viel zu langsam für die Bioabfallverwertungsanlagen, deshalb gehören sie unbedingt in den Restmüll.
- Katzenstreu – Ganz egal welche Sorte, Katzenstreu gehört in die Restmülltonne.
- Asche aus dem Kamin oder Grill – Gehört kalt in die Restmülltonne.
- Inhalt des Staubsaugerbeutels – Restmüll!
- Zigarettenkippen – Sie sind pures Gift für den Kompost und gehören in den Restmüll.
- Beschichtetes Backpapier – Beschichtet und meist fettig, also ein klarer Fall für den Restmüll.
- Kaffeekapseln – Auch die „kompostierbaren“ aus biologisch abbaubarem Kunststoff machen bisher noch Probleme in der Biotonne und gehören, wie die Tüten aus Bioplastik, in den Restmüll. Kaffekapseln aus Aluminium hingegen können recycelt werden und gehören daher in die Verpackungstonne (Gelber Sack).
- Windeln – Auch die „Öko-Windeln“ gehören in den Restmüll.
- Wattepads & Ohrenstäbchen – Gehören in die Restmülltonne.
- Blumenerde – Kleine Mengen können über die Biotonne entsorgt werden. Größere Mengen werden zum Wertstoffhof gebracht.
So triffst du in fünf Sekunden die richtige Entscheidung
Du stehst vor der Tonne und hast keine Zeit, die Liste zu checken? Dann merke dir diese drei Punkte:
- Ist es naturbelassen und unverpackt (Küchen- oder Gartenabfall)? → Rein in die Biotonne.
- Hat es Bestandteile von Verpackung oder Kunststoff? → Raus aus der Biotonne und den Störstoff vom organischen Abfall trennen!
- Bist du unsicher (vor allem bei tierischen Resten, Asche und „Sonderfällen“)? → Im Zweifel: Restmüll. Denn ein kleiner Fehlwurf im Restmüll ist weniger schlimm als eine Biotonne, die nicht verwertet werden kann.


