Ende 2025 haben wir als Verein eine Baumpatenschaft bei Baumpaten Deutschland übernommen. Mehr als 100 neue Bäume werden im Nationalpark Harz gepflanzt – als Beitrag zur nachhaltigen Aufforstung einer Region, die durch Trockenheit, Stürme und Borkenkäferbefall stark geschädigt wurde.
Doch was bedeutet das konkret? Wie können „nur“ 100 Bäume 270.000 Kilogramm CO₂ langfristig binden?
Wie Bäume CO₂ speichern – verständlich erklärt
Bäume sind natürliche Klimaschützer. Durch die Photosynthese nehmen sie Kohlendioxid (CO₂) aus der Atmosphäre auf. Mithilfe von Sonnenlicht wandeln sie CO₂ und Wasser in Zucker um – die Grundlage für ihr Wachstum. Der Kohlenstoff (C) aus dem CO₂ wird dabei dauerhaft in der Biomasse des Baumes gespeichert:
- im Stamm
- in Ästen und Zweigen
- in Blättern oder Nadeln
- in den Wurzeln
- und sogar im umgebenden Waldboden
Der gespeicherte Kohlenstoff bleibt über Jahrzehnte bis Jahrhunderte gebunden – solange der Baum wächst und das Holz nicht verbrannt wird.
Warum es um die Lebenszeit geht
Ein einzelner junger Baum bindet pro Jahr zunächst nur vergleichsweise wenig CO₂. Mit zunehmendem Wachstum steigt die Menge jedoch deutlich an. Entscheidend ist also nicht die jährliche Aufnahme, sondern die langfristige Speicherung über die gesamte Lebensdauer.
Je nach Baumart, Standort und Wachstumsbedingungen kann ein Baum über mehrere Jahrzehnte hinweg mehrere Tonnen CO₂ binden. In klimaresilienten Mischwäldern, wie sie im Harz entstehen, wird zudem nicht nur die oberirdische Biomasse berücksichtigt, sondern auch:
- der Humusaufbau im Boden
- die dauerhafte Stabilisierung des Waldbestandes
- die natürliche Waldentwicklung ohne intensive Nutzung
Addiert man diese langfristige CO₂-Speicherung über die Lebensdauer der gepflanzten Bäume, ergibt sich für unsere über 100 Bäume eine Bindungsleistung von rund 270.000 Kilogramm CO₂. Das entspricht 270 Tonnen CO₂ – eine Menge, die sonst beispielsweise durch viele hunderttausend gefahrene Autokilometer entstehen würde.
Mehr als nur CO₂: Die ökologische Wirkung
Die Wirkung unserer Baumpatenschaft geht jedoch weit über die CO₂-Bindung hinaus.
Die Aufforstung im Nationalpark Harz:
- schafft neue, stabile Mischwälder
- bietet Lebensraum für Vögel, Insekten und Säugetiere
- stärkt die Biodiversität
- schützt Böden vor Erosion
- verbessert die Wasserspeicherung in der Landschaft
- erhöht die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaveränderungen
Gerade in Zeiten zunehmender Extremwetterereignisse sind strukturreiche, artenreiche Wälder ein zentraler Bestandteil funktionierender Ökosysteme.
Der Luchs im Harz – Rückkehr eines Schlüsseltiers

Die Wiederbewaldung im Harz ist eng mit einer weiteren Erfolgsgeschichte verbunden: der Rückkehr des Luchses. Seit dem Jahr 2000 wird der Eurasische Luchs im Harz wiederangesiedelt. Zwischen 2000 und 2006 wurden 24 Tiere ausgewildert. Heute – Stand 2023/2025 – leben schätzungsweise über 100 bis 120 Luchse im Harz und angrenzenden Regionen. Damit gilt das Projekt als eines der erfolgreichsten Wiederansiedlungsprogramme Deutschlands.
Gleichzeitig steht der Harz seit 2018 vor enormen Herausforderungen: Durch großflächige Schäden an Fichtenmonokulturen – vor allem infolge von Dürre und Borkenkäferbefall – mussten ganze Waldflächen neu gedacht und aufgeforstet werden. Aus dieser Krise entsteht nun etwas Neues: Statt anfälliger Monokulturen entwickeln sich strukturreiche, klimaresiliente Mischwälder. Und genau davon profitiert der Luchs.
Als scheuer Waldbewohner braucht er:
- großflächige, vernetzte Lebensräume
- strukturreiche Wälder mit Rückzugsmöglichkeiten
- stabile Wildbestände als Nahrungsgrundlage
Ein vielfältiger, gesunder Wald bietet ihm genau diese Bedingungen. Gleichzeitig übernimmt der Luchs als Spitzenprädator eine wichtige ökologische Funktion: Er reguliert Wildbestände und trägt damit indirekt dazu bei, dass junge Bäume bessere Chancen haben zu wachsen. So unterstützt er langfristig die natürliche Waldentwicklung.
Wiederansiedlung und Aufforstung greifen also ineinander: Der neue Wald schafft Lebensraum für den Luchs – und der Luchs stabilisiert das Ökosystem, in dem dieser Wald heranwächst.
Verantwortung übernehmen – konkret und sichtbar
Für uns ist diese Baumpatenschaft ein bewusst gesetztes Zeichen. Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur Kommunikation, sondern aktives Handeln. Mit der Unterstützung der Wiederbewaldung im Harz leisten wir einen Beitrag zum Klimaschutz direkt in Deutschland – transparent, langfristig und ökologisch sinnvoll.
Wer selbst einen Beitrag leisten und nachhaltige Aufforstung in Deutschland unterstützen möchte, kann ebenfalls eine Baumpatenschaft übernehmen. Informationen zum Projekt, zu den Pflanzflächen und zur ökologischen Wirkung finden sich hier.
Jeder Baum zählt. Für das Klima. Für die Natur.
Für kommende Generationen.


